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  • SOOKEE kommt!

    Kennt Ihr Sookee?

    Sookee ("Quing of Berlin") ist Rapperin und ziemlich bekannt in der Szene. Rap: Text und Rhythmus, Körper und Wut. Und Spaß. Gewalt- und Machterfahrungen, Identitäts- und Geschlechterrollenfragen umzusetzen in Worte und Rhythmus: Das ist genau das Richtige für die Patient_innen der Kinder- und Jugendpsychiatrie, dachte ich, als ich in einem ZEIT-Interview mit Sookee las, dass sie Workshops für Jugendliche macht.

    Eigentlich können wir uns ihr Honorar nicht leisten. Ich habe ihr trotzdem geschrieben und ihr ausführlich unser Projekt vorgestellt. Und: Sie machts!

    Im Sommer 2013 habe ich ehrenamtlich Steinbildhauerei angeboten, weil nicht genug auf dem Konto war, um eine_n externe_n Künstler_in angemessen bezahlen zu können. Inzwischen stehen wir wieder besser da. Der Wunsch meiner Mutter zu ihrem 90. Geburtstag: `Spenden für KUNST IN DER KLINIK´ hat sehr geholfen.

    Wir danken euch ganz herzlich für eure Unterstützung. Eure Spenden machen es möglich, dass es weitergehen kann mit den Workshops von KUNST IN DER KLINIK.

    http://www.youtube.com/watch?v=UnX9ZQRykqA

  • Meinungen

    Auch wenn hier nicht so viele Kommentare stehen - per Email sind ausschließlich positive Reaktionen auf den Autoaufkleber gekommen. Interessanter Hinweis: das altgriechische Wort "Idiot" bedeutet nichts anderes als "Privatperson"!

    Danke für eure ermutigenden Worte.

    Astrid

  • Provokation oder Werbung?

    Seit einer Woche fahre ich mit einem Autoaufkleber "www.idiotenfriedhof" durchs Land. Es gab Aufregung. Es gab Befürchtungen um mein Auto. Es gab Vermutungen, dass da etwas aus einer - etwas übelriechenden - jugendlichen Blödelecke dahinterstecken könnte. Und dann aber auch Überraschung über das Projekt, das man bisher nicht gekannt hatte.

    Ich freue mich natürlich über den Werbeeffekt, aber ich wüsste auch gern, wie ihr darüber denkt. Ist der provozierende Effekt zu irreführend und stärker als die Werbewirkung? Oder sollten wir das in Kauf nehmen?

    Ich bin gespannt auf eure Meinung.

    Astrid
    Kunst in der Klinik e.V.

  • Steinbildhauerwerkstatt, vierter und letzter Tag

    Meine Rede zur Abschlussausstellung

    Fünf Tage, sechs junge Patienten und Patientinnen aus 5 psychiatrischen Stationen, zehn Formen sind entstanden. Die Aufgabe war: Finde deine Form.

    Diese Steine (Sandstein und ein Kalkstein) waren bis auf zwei alle quaderförmig. Sie waren behauen, um in ein Mauerwerk eingebaut zu werden, wurden aber aussortiert, weil sie alle irgendeine Macke haben: Risse, Löcher, Schwachstellen, Bruchstellen, Brüche. Diese Besonderheiten wurden bei einigen der Arbeiten zum Ausgangspunkt für die Gestaltung.

    Hier z.B.(Bild 02): Diese dunklere Form war so, als Loch, im Stein zu sehen und passte zuerst nicht zum ursprünglichen Plan. Aber dann erkannte der Teilnehmer: das ist ja ein Auge! Ein Kopf. Ein zweites Auge kam dazu – leider ein Totenkopf. Und dann die Überraschung: Sobald der Mund ausgearbeitet war, wurde der Kopf lebendig! Und fing an zu sprechen. Der Kopf bekam später noch einen Körper, die ganze Figur einen Hintergrund, der zeigt, wo das Wesen herkommt.

    Dann hier (Bild 03): diese natürliche dunkle Einkerbung wurde erweitert zum „Flusstal“, das Wasser bekam mit einem Durchbruch noch einen Überlauf. Und dann stellte der Teilnehmer diese Flusslandschaft auf ein Gewölbe, das an Stonehenge erinnert, dieses geheimnisvolle Menschenwunder aus uralten Zeiten. Der rechteckige, massive Quader wurde auf einmal leicht und denkt sich im Kopf weiter.

    Dieser Stein (Bild 07)war eine Herausforderung. Er hatte mehr Löcher, Risse, Quarzadern und Schwachstellen als alle anderen. Er ist beim Arbeiten zerbrochen – er war vorher fast doppelt so hoch. Aber der Teilnehmer hat nicht aufgegeben. Er hat die rechteckige stabile Basis stehen gelassen und angefangen, darüber etwas Rundes zu arbeiten, das in dem Eckigen versinkt.

    Das Herz (Bild 04): diese natürliche Linie war vorher nicht zu sehen, sie kam erst beim Arbeiten heraus. Und schmiegt sich jetzt so harmonisch an die Form, als hätte man sie gemalt. Ein Herz, das aufrecht steht und sich zeigt. Eine starke Form.

    Eine Überraschung gab es auch bei dieser Form (Bild 05), aber nicht vom Stein. Als wir uns gestern gemeinsam angesehen haben, was jeder so gemacht hat, fiel einem der Teilnehmer auf, dass diese Form, die eine Kugel werden will, Strahlen hat. Beim Arbeiten, durch das Arbeiten entstanden, ohne Absicht und unbemerkt. Der Plan war nur gewesen, aus dem Eckigen etwas Rundes zu machen.

    Dann haben wir hier noch den VW-Bus (Bild 06). Ich habe den Teilnehmern mehrmals gesagt, sie sollten sich besser nicht zu filigrane Formen vornehmen, weil der Sandstein grob und bröckelig ist und es Enttäuschungen geben kann. Und dann schlägt dieser Teilnehmer einen fast realistischen Unterboden aus dem Stein! So vorsichtig und akkurat, dass schmale Stoßstangen und feine Formen möglich werden.

    Bei einigen Teilnehmern ging es nach dem 1. Stein noch weiter. Hier wurde vom ersten Stein das Thema Positiv- Negativ – Form aufgegriffen und weitergeführt – und bekam bei diesem dritten Stein noch einmal einen neuen Dreh. (Bilder 08 und 09)

    Jeder Teilnehmer hat seine Form gefunden, erkennbar. Einige sind noch im Werden. Und jeder hat seine ganz eigene Form gefunden. Sehr individuell, sehr eigenwillig, ganz interessante Ideen und sehr ausdrucksstark. Ihr könnt alle stolz sein auf eure Arbeit.

    Es gab aber in dieser Woche noch etwas Besonderes, davon möchte ich erzählen. Bildhauerei ist Einzelarbeit, man arbeitet für sich, jeder an seinem Tisch, jeder an seinem Stein. Diese 4 Jungen und 2 Mädchen, die sich bis auf 2 vorher nicht kannten, sind in diesen Tagen zur Gruppe geworden.

    Es hat mich sehr berührt, wie diese jungen Menschen miteinander umgehen. Wie sie sich morgens begrüßen, nach der Nacht fragen und wie es dem anderen geht. Wie sie sich interessieren für die Arbeit des Anderen. Wie sie sich auch gegenseitig Mut machen und von ihrem eigenen schweren Weg und auch von guten Erfahrungen berichten. Das war sehr schön.

    Und das hat sicherlich auch mit der Arbeit und der Haltung der Menschen zu tun, die in dieser Klinik arbeiten.

    Ich danke der Klinikleitung, Herrn Dr. Burchard, Herrn Dr. Heinemann für ihre Unterstützung unseres Projekts. Ich danke Frau Nüse für ihre zuverlässige und kongeniale Organisationsarbeit. Ich danke allen Spendern. Und ich danke euch, den Teilnehmern und Teilnehmerinnen, dass ihr euch eingelassen habt auf die Arbeit und dass ihr durchgehalten habt.

  • Bildhauerwerkstatt 3. Tag

    Drückende Schwüle, wir schwitzen. Heute ist die große Herausforderung, dabei zu bleiben, sich zu konzentrieren, weiter zu machen. Dann, am Nachmittag: das Gewitter, der kühlende Regen.

  • Steinbildhauerwerkstatt 2. Tag

  • Sommerworkshop 2013

    Steinbildhauerwerkstatt
    Steinbildhauerwerkstatt

    Erster Tag

    Fünf Jungen und zwei Mädchen aus 6 verschiedenen Stationen der Psychiatrie. Gelber Sandstein, Bildhauerwerkzeug. Aufgabe: Finde deine Form. Alle arbeiten am Stein. Ein Kopf entsteht aus einem zerbrochenen Stein, ein weiterer Kopf aus einer Säule. Ein aufrecht stehendes Herz, eine Kugel, ein Kleinbus, ein Flusstal mit Überlauf, Durchbruch und Stonehenge-Säulen. Spannend.

  • Geburtstag

    So viele Spenden sind für KUNST IN DER KLINIK e.V. eingegangen! Wir danken allen, die sich für unser Projekt engagieren, ganz herzlich. (Meine Mutter hatte sich zu ihrem 90. Geburtstag nichts gewünscht als Spenden fürs Projekt.) Das "lebendige Mahnmal" KUNST IN DER KLINIK wird durch eure Spenden erhalten.

    Für alle, die uns noch nicht kennen: Auf unserer Webseite könnt ihr lesen und schauen, was wir machen. Hier auf dem Blog stellen wir immer die neusten Nachrichten ins Netz.

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